Turmsgeschichte

Der Wohn­turm aus dem 14. Jahrhundert in Siedlęcin (einer der größten seiner Art in Europa) wurde aus Stein auf einem annähernd rechteckigen Grundriss von 20 × 14,5 m errichtet. Er besaß sechs Stockwerke (Keller, Erdgeschoss, drei Wohnetagen sowie einen Wehrgang mit Zinnen), war mit einem Walmdach gedeckt und von einer Befestigungsmauer und einem Graben umgeben. Spuren der Zinnen sind bis heute im obersten Stockwerk des Turms sichtbar. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich in der Befestigungsmauer ein kleiner Torbau befand, zu dem eine Brücke über den Graben führte.

Turm in Siedlęcin im 15. Jahrhundert.
Bearbeitung: Paweł Rajski, Przemysław Nocuń

Nach dem Brand der oberen Stockwerke im Jahr 1575 wurde der ursprüngliche Zinnenkranz zugemauert, die Mauern des obersten Stockwerks leicht erhöht und das Gebäude mit einem neuen Dach gedeckt. Im 16. Jahrhundert wurden zudem neue Fenster eingebrochen und zwei neue Aborterker errichtet.

Vermutlich wurde im 16. Jahrhundert an den Torbau ein Wohngebäude angebaut, an dessen östlicher Wand ein Aborterker angebracht wurde (bei archäologischen Untersuchungen entdeckt). Spätestens in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde zwischen diesem Gebäude und dem Turm (an seiner südöstlichen Ecke) ein neuzeitlicher Küchenbau errichtet.

Turm und Herrenhaus in Siedlęcin in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Bearbeitung: Paweł Rajski, Przemysław Nocuń

Wieża książęca w Siedlęcinie została wzniesiona przy przeprawie przez Bóbr. Za jej fundatora uważa się Henryka I – księcia jaworskiego – który wybudował ją w latach 1313-1315 (według badań dendrochronologicznych). Kolejnym właścicielem wieży był bratanek Henryka I – książę świdnicki Bolko II Mały. Po jego śmierci wdowa – księżna Agnieszka – sprzedała wieżę dworzaninowi Jenchinowi von Redern. W rękach jego rodziny wieża pozostawała do połowy XV wieku. W kolejnych stuleciach obiekt wielokrotnie zmieniał swoich właścicieli aż w XVIII wieku znalazł się w posiadaniu rodu von Schaffgotsch, w którego rękach pozostał aż do 1945 roku.

Turm und Herrenhaus in Siedlęcin nach dem Umbau an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert.
Bearbeitung: Paweł Rajski, Przemysław Nocuń